Holzbildhauen
von Damaris
Ein handwerklich-künstlerischer Prozess zwischen Kraft, Ruhe und Form
Was ist Holzbildhauen?
Holzbildhauen ist ein Handwerk und eine Kunstform, bei der Skulpturen, Figuren, Reliefs oder Gebrauchsgegenstände aus Holz gefertigt werden.
Künstler*innen nutzen dafür verschiedene Holzarten und Werkzeuge wie Schnitzeisen, Klüpfel, Feilen und Motorsägen.
Es erfordert Kreativität, handwerkliches Geschick und ein tiefes Verständnis für die Struktur des Materials.
Wie jedes Kunsthandwerk, folgt auch das Holzbildhauen einem Prozess.
Ob die Inspiration den eigenen Gedanken entspringt oder aus der Natur oder einem Stück Holz selbst stammt, alles beginnt mit einer Idee. Es werden grobe Skizzen angefertigt, Material wird ausgewählt und langsam wird schon eine grobe Form herausgearbeitet. Später wird mit Hand und Werkzeug so lange an dem Stück gearbeitet, bis sich die gewünschte Form zeigt. Ist die Skulptur dann vollendet, wird sie geölt, gewachst, lasiert und poliert.
Der bemerkenswerte Unterschied zu anderen Arbeiten an Skulpturen, liegt im Abtragen statt Aufbauen. Bauen wir eine Skulptur, etwa aus Ton oder Gips, wird Schritt für Schritt aus Material etwas zusammengebaut. Auch bei anderer Art der Holzarbeit, etwa der Tischlerei, werden Holzstücke aneinandergefügt, verschraubt oder verleimt und können meist beliebig auch wieder auseinander und neu zusammengesetzt werden.
Beim Holzbildhauen wird vom bereits vorhandenen Stück Holz ausschließlich Material entfernt, nichts kann wieder hinzugefügt werden.
Welche Hölzer eignen sich zum Holzbildhauen?
Viele Laub- und Nadelhölzer sind gut zu hauen, dazu gehören Linde, Platane, Ahorn, Eiche, Ulme, Pappel, Birke, Olive, Lärche oder Eibe. Und mit dem richtigen Werkzeug lässt sich zu guter Letzt jedes Holz bearbeiten. Manche Hölzer eignen sich aber besser als andere für bestimmte Projekte.
Beachte bitte: Jedes Holz sollte gut durchgetrocknet sein, damit Risse vermieden werden. Die Maserung solle fein und ohne viele Astlöcher sein, das erleichtert die Arbeit.
Linde:
Lindenholz lässt sich besonders gut hauen, weshalb es häufig gewählt wird. Linde ist ein helles und recht weiches Holz mit einer feinen Textur und zurückhaltender Maserung. Es verströmt einen angenehmen Geruch. Lindenholz eignet sich für große und kleine Kunstwerke. Aufgrund seiner hervorragenden Schnitzeigenschaften ist es auch sehr gut für Anfänger*innen geeignet.
Für Reliefs sind flache Stücke sehr schön, etwas dickere Stücke eignen sich für kleinere Holzskulpturen. Bildhauerarbeiten aus Lindenholz sollten nur in Innenräumen aufgestellt werden, im Freien würde das Holz zu schnell verwittern
Zirbelkiefer:
Diese Holz lässt sich ebenfalls gut bearbeiten. Das Holz kommt aus den Alpen und hat einen besonders aromatischen Duft, da es viele ätherische Öle enthält.
Ahorn:
Als etwas härteres Holz ist Ahorn ein gutes Holz für Bildhauerei. Ahorn ist eine Hartholzart und zählt zu den Edelhölzern. Das Holz ist etwas schwerer zu schnitzen als Linde, aber leichter als z.B. Eiche oder andere Hartholzarten.
Beachte auch folgendes, wenn deine Skulptur draußen stehen soll:
Soll eine Skulptur für den Außenraum gehauen werden, steht nur eine begrenzte Auswahl an Hölzern zur Verfügung, das sind vor allem Eiche, Robinie, Douglasie und Sibirische Lärche. Beim Eichenholz eignet sich das Kernholz für den Außenraum, es ist hart und robust, dabei gleichmäßig und deutlich gemasert, die Farbe variiert. Das Nadelholz-Gegenstück zur Eiche ist die Lärche, wobei das bearbeitete Holz stark nachdunkelt. Wird die Sibirische Lärche der Witterung ausgesetzt, entsteht mit der Zeit ein grausilberner Farbton.
Grundsätzlich gilt für alle hier für den Außenraum genannten Holzarten: Nur das Kernholz ist witterungsbeständig und kann verwendet werden, das Splintholz ist zu weich und nicht witterungsbeständig. Das ist bei der Planung einer Skulptur für den Außenraum auch im Hinblick auf die Größe des Holzes unbedingt zu berücksichtigen!
Welche Werkzeuge brauchen wir beim Holzbildhauen?
· Hohlbeitel, zum Aushöhlen von Holz und Erzeugen konkaver Formen
· Stechbeitel, um große Holzmengen abzutragen und dem Holz Form zu geben
· Klüpfel, mit dem auf Stecheisen und Meißel geschlagen wird
· Evtl. Motorsäge oder Säge, für gröbere Arbeiten
· Schnitzmesser, für kompliziertere Schnitte, Formen und Details
· Raspel, zum Verfeinern und Glätten des Holzes nach dem Schnitzen
· Schleifpapier, zum Verfeinern und Glätten der Oberflächen
· Öl oder Wachs, zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Verschmutzungen
Wie läuft der Prozess des Holzbildhauens ab?
Die Idee und das Finden der Form
Mit Hilfe von Skizzen findest du die Form, die du später aus dem Holz herausholen wirst. Nach dem du einige Zeichnungen von verschiedenen Seiten angefertigt hast, kannst du deine Skulptur schon einmal in Ton formen. Ein dreidimensionales Modell hilft dir, bei der späteren Bearbeitung des Holzes und du kannst in diesem Stadium auch noch ganz einfach Änderungen vornehmen, beispielsweise auch etwas hinzufügen. Das funktioniert später mit Holz nicht mehr.
Nachdem du dich für eine Form entschieden hast und auch ein 3D-Modell in den Händen hältst, suchst du dir das passende Stück Holz in Form, Farbe und Qualität heraus.
Grobes Abtragen des Holzes
Aus dem großen Stück Holz kannst du nun das passende Stück für dich heraussägen. Es darf nicht zu klein sein, so dass du genug Material hast, um deine Form herauszuarbeiten, doch auch nicht zu groß, um Materialverschwendung und unnötige Säge- und Klopfarbeiten zu vermeiden.
Zum gröberen Abtragen von Holz kannst du eine Motor- oder Handsäge benutzen.
Dein Holz spannst du am besten auf einer Werkbank zwischen einem hölzernen Schraubstock ein oder befestigst das Holz auf der Bank mit einem Spanngurt.
Dann kannst du mit Klüpfel und Stechbeitel gröbere Mengen abtragen. Um konkave Formen oder Aushöhlungen zu erzeugen, kannst du hier auch den Hohlbeitel nutzen und so Stück für Stück deine Skulptur herausarbeiten.
Verfeinerung und Oberflächenarbeit
Nachdem deine Skulptur schon die richtige Form angenommen hat, geht es an den Feinschliff: Mit Raspeln und auch Schleifpapier machst du dich an die Definierung der Oberflächenstruktur. Möchtest du die Holzstruktur etwas rauher behalten, reicht es vielleicht mit Schnitzmessern und Raspeln zu arbeiten. Sollen die Oberflächen jedoch glatt, weich und geschmeidig sein, arbeitest du dich mit Schleifpapier von grob nach fein durch.
Die fertige Skulptur kannst du auch noch ölen oder wachsen, um sie mehr von äußeren Einflüssen zu schützen oder auch um dem Holz einen anderen Farbton zu geben. Dieser Schritt ist natürlich optional, je nachdem wo die Skulptur stehen wird oder auch, was deine persönliche Präferenz ist.
Pausen, Beobachten, Weiterarbeiten
Beim Holzbildhauen wirst du erkennen, dass die Arbeit dich ganz in den Moment bringt und schon fast etwas Meditatives hat. Das regelmäßige Schlagen mit dem Klüpfel bringt einen angenehmen Rhythmus mit sich. Und auch die Pausen, die du zwischendurch immer wieder machst, um deine Skulptur zu betrachten, einen Schritt zurückzutreten und das große Ganze zu sehen, hat etwas beruhigend Langsames. Und ganz entspannt, kannst du bei der Arbeit beobachten, wie du aus einem einfach Stück Holz deine Idee herausarbeitest.
Was lernt man beim Holzbildhauen?
Du lernst Holzarten zu identifizieren und auszuwählen, sowie den richtigen Umgang mit den Werkzeugen. Außerdem erfährst du, wie aus deiner Skizze und deinen kleinen Modellen eine Holzskulptur wird. Holzbildhauen fördert das räumliche Vorstellungsvermögen, deine Kreativität und handwerkliches Geschick. Und: die Arbeit mit Holz kann unglaublich meditativ und beruhigend sein.
Du kannst auch deinen Umgang mit Fehlern beim Holzbildhauen wahrnehmen und üben.
Vom eigenen Arbeiten zum Workshop im Werkgut
Vielleicht möchtest du Holzbildhauen nicht nur allein ausprobieren, sondern dir Zeit nehmen unter professioneller Anleitung zu arbeiten und neue Techniken kennenlernen? Im Werkgut findest du dafür den passenden Ort. Unsere Workshops verbinden handwerkliche Praxis mit konzentrierter Arbeit in besonderer Umgebung.
Was lerne ich im Holzbildhauen Workshop im Werkgut?
Im Holzbildhauen Workshop im Werkgut lernst du unter Anleitung von Künstler Yves Rasch, wie du von deiner ersten Idee zu einer figürlichen oder abstrakten Skulptur kommst. Zuerst modellieren wir mit Yves unserer Entwürfe in Ton und übertragen sie anschließend auf ein passendes Stück Holz. Mit traditionellen Werkzeugen wie Klüpfel und Stecheisen erarbeiten wir nach und nach unsere Idee aus dem Holz, bis schließlich unsere Figur vor uns steht.
Von wem wird der Holzbildhauen Workshop im Werkgut geleitet?
Der Holzbildhauen Workshop wird von Yves Rasch geleitet. Yves ist seit 2002 als freischaffender Holz- und Bronzebildhauer aktiv. Seine Werke sind international ausgestellt, seine bevorzugten Materialien stammen aus der Region: heimisches Holz aus Norddeutschland. In seinen Workshops steht nicht nur das Ergebnis im Mittelpunkt, sondern vor allem der kreative Weg dorthin. Weitere Infos zu Yves Rasch: www.schwuenge.de
Für wen ist ein Holzbildhauen Workshop geeignet?
Der Holzbildhauen Workshop ist sowohl für Anfänger*innen, als auch Fortgeschrittene geeignet. Es sind keine Vorkenntnisse nötig.
Warum einen Holzbildhauen Workshop im Werkgut buchen?
Ein Workshop im Werkgut ist mehr als ein Kurs. Hier geht es nicht nur um Technik, sondern um Zeit zum konzentrierten Arbeiten, um Austausch und das Erfahren von Kunsthandwerk. Abseits des Alltags bietet das Werkgut in ruhiger Umgebung Raum, um sich auf den eigenen kreativen Prozess einzulassen.
Die Arbeit in kleinen Gruppen ermöglicht eine persönliche Begleitung durch die Kursleitung. Gleichzeitig entsteht ein offener Austausch unter den Teilnehmenden, der neue Perspektiven eröffnet und inspiriert. Viele Gäste schätzen die Kombination aus intensiver Werkstattarbeit und der besonderen Atmosphäre des Ortes.
Die Dozentinnen und Dozenten werden sorgfältig von Mikaela Dörfel ausgewählt. Entscheidend sind dabei nicht nur Ausstrahlung und Persönlichkeit, sondern vor allem Professionalität, künstlerische Qualität und die Fähigkeit, Wissen verständlich und inspirierend zu vermitteln.
Du wirst rundum mit vegetarischer Vollpension verwöhnt und übernachtest, wie die meisten Teilnehmer*innen in schönen, gemütlichen Gästezimmern.
Wenn du den Holzbildhauen Workshop im Werkgut buchst, entscheidest du dich bewusst für Qualität, Ruhe und ein kreatives Wochenende mit nachhaltigem Eindruck.
Kann ich im Werkgut auch ohne Workshop Holzbildhauen?
Ja. Im Werkgut besteht die Möglichkeit, einen kreativen Urlaub zu verbringen und in der offenen Werkstatt selbstständig zu arbeiten. Deine Materialien und Werkzeuge musst du selbst mitbringen, aber du findest genug Raum für deine Arbeit.
Du kannst auch direkt im Anschluss zum Workshop noch deinen Aufenthalt verlängern und Zeit in der offenen Werkstatt und einer unserer gemütlichen Ferienwohnungen verbringen.
Hast du Lust, ein Wochenende lang deine eigene Skulptur aus Holz zu gestalten?
Dann bist du im Workshop Holzbildhauen genau richtig!
Aktuelle Termine, Preise und alle weiteren Informationen zum Holzbildhauen Workshop inklusive Übernachtung im Werkgut findest du hier:
Infos und Anmeldung zum Holzbildhauen Workshop
(c) Fotos: Werkgut