Siebdruck auf Papier

Siebdruck Hamburger Hafenkräne

von Damaris

Wie Siebdruck funktioniert – Werkzeuge, Schablonen und Druckprozess Schritt für Schritt

Siebdruck ist ein grafisches Druckverfahren, bei dem Farbe mithilfe einer Schablone durch ein feinmaschiges Sieb auf Papier oder Textil übertragen wird. Die Technik ermöglicht präzise Linien, kräftige Farbflächen und auch mehrschichtige Drucke mit hoher Detailgenauigkeit.
In diesem Beitrag erfährst du, wie Siebdruck funktioniert, welche Materialien und Werkzeuge benötigt werden und wie der Druckprozess Schritt für Schritt abläuft. Der Artikel richtet sich an alle, die den Siebdruck verstehen oder selbst ausprobieren möchten.

Das Wichtigste über Siebdruck:

Siebdruck ist ein Schablonen-Druckverfahren. Mit dieser Technik können auch sehr detaillierte Grafiken und Motive mit freistehenden Elementen abgebildet werden. Du kannst den Druck auf verschiedenen Materialien anwenden, z.B. auf Papier oder Textilien.

Das wichtigste Hilfsmittel ist ein bespannter Siebdruckrahmen, ein Holz- oder Metallrahmen, der mit einem Siebdruckgewebe (Gaze) bezogen ist.

Was du brauchst:
- Siebdruckrahmen mit dem passenden Gewebe
- Motiv mit Tintenstrahl- oder Laserdrucker gedruckt
- Beschichtungsrinne
- Fotoemulsion
- Rakel
- Siebklebeband
- UV-Lampe
- Textilfarbe
- Reinigungsmittel

Schritt 1:
Nachdem du dich für ein Material entschieden hast, auf das du drucken möchtest, suchst du dir den Siebdruckrahmen mit dem passenden Gewebe dafür aus.

Schritt 2:
Nun wählst du dein Motiv aus und bereitest es für den Siebdruck vor. Für Einsteiger empfiehlt sich einfarbige Motive ohne Farbverläufe auszuwählen, da mehrfarbige Motive schon etwas herausfordernder sind.
Dein Motiv musst du anschließend mit einem Tintenstrahl- oder Laserdrucker auf eine transparente Folie drucken. Es sollte tiefschwarz sein, sodass kein Licht durchdringen kann.

Schritt 3:
Anschließend reinigst du den Siebdruckrahmen fettfrei, es sollten keine Fingerabdrücke oder Staubpartikel mehr auf dem Sieb zu sehen sein. Du kannst deinen Rahmen dann entweder vorsichtig mit einem Föhn oder an der Luft trocknen lassen.

Schritt 4:
Jetzt wird’s spannend!
Der Rahmen wird im nächsten Schritt mit einer Fotoemulsion beschichtet. Wichtig dabei ist, dass der Raum, in dem du arbeitest, abgedunkelt ist. Die Emulsion ist sehr lichtempfindlich.

Zunächst beschichtest du den Rahmen nun beidseitig mit der Fotoemulsion. Eine Beschichtungsrinne wird dazu mit der Fotoemulsion aufgefüllt. Mit der Fotoemulsion bestreichst Du nun das Siebdruckgewebe von beiden Seiten. Dabei wird der Rahmen leicht angewinkelt gehalten. Die Lippe der Beschichtungsrinne wird nun an das Sieb gehalten, zum Gewebe hin gekippt und dann zügig am Sieb entlang nach oben gezogen, sobald die Emulsion an allen Seiten das Siebgewebe berührt.
Die Lippe der Beschichtungsrinne sollte immer mit dem Gewebe Kontakt haben, sodass dir eine gleichmäßige Beschichtung gelingt.

Sobald der Rahmen fertig beschichtet ist, lässt du den Rahmen trocknen, auch hier kannst du behutsam mit einem Föhn arbeiten.

Schritt 5:
Die Entwicklung erfolgt dann mit UV-Licht, mithilfe einer Lampe. Zunächst positionierst Du die Folie mit dem Motiv, mittig auf der Außenseite (die Seite, auf der das Gewebe verklebt ist) des getrockneten Siebs. Optional kannst du die Folie mit einem transparenten Klebeband fest auf den Rahmen kleben, das ist aber nicht unbedingt notwendig.
Schütze Sie die Innenseite des Rahmens mit einem Stück Pappe, Zeitungspapier oder Fotokarton vor Lichteinstrahlung. Die Belichtungszeit richtet sich nach den Angaben des Herstellers deiner Fotoemulsion, du solltest ca. zwei bis 15 Minuten dafür einplanen.

Wenn die Belichtungszeit vorbei ist, darf der Rahmen keiner weiteren Lichtquelle ausgesetzt werden. Ist die Belichtung erfolgt, nimm die Folie vom Sieb und benetze es beidseitig mit Wasser, am besten sanft in einem Wasserbad, oder mit einer sanften Brause.
Nun lässt du das Sieb trocknen und hast eine fertige Schablone, mit der du drucken kannst.

Schritt 6:
Mit Farbe bedrucken wir hier im Beispiel nun ein Blatt Papier, indem wir den fertigen Siebdruckrahmen auf das Papier legen, Farbe auf das Sieb streichen (das nennt man „das Sieb mit Farbe fluten“) und die Farbe mit Hilfe der Siebdruckrakel durch das Sieb streichen.
Danach empfiehlt sich, alle Werkzeuge gründlich zu säubern, damit nichts eintrocknet und du alles beim nächsten Druck wieder verwenden kannst.

In unserem Workshop arbeitet die Künstlerin Johanna Nissen mit vorbereiteten Siebdruckschablonen, sodass du dich ganz auf den Druckprozess und das Gestalten konzentrieren kannst.

Ein kreatives Siebdruckwochenende auf dem Werkgut – was du wissen solltest:

Was ist Siebdruck?
Siebdruck ist eine Durchdrucktechnik, bei der mit Hilfe von Schablonen Motive auf ein bespanntes feines Sieb übertragen werden. Farbe wird durch die offenen Bereiche des Siebes auf das Papier gedrückt, während geschlossene Flächen ausgespart bleiben. So entstehen klare grafische Formen, kräftige Farbflächen und spannende Überlagerungen.

 

Was lerne ich in dem Siebdruck-Workshop im Werkgut?
Im Mittelpunkt des Workshops steht das praktische Arbeiten. Du arbeitest mit vorbereiteten Siebdrucksieben und lernst, wie sich Motive, Farben und Strukturen gezielt oder intuitiv kombinieren lassen. Der Kurs vermittelt eine Einführung in den experimentellen Siebdruck und lädt dazu ein, eigene Bildideen auf Papier umzusetzen.

Dabei geht es unter anderem um:
- Den Einstieg in experimentelle Siebdrucktechniken
- Das Drucken mit vorbereiteten Sieben und den sicheren Umgang mit Rakel und Farbe
- Kombination von Farbe, Form und Struktur auf Papier
- Freies Arbeiten mit Überlagerung und Rhythmus

Der Workshop bietet dir Raum zum Ausprobieren ohne Ergebnisdruck.

 

Von wem wird der Siebdruck-Kurs geleitet?
Die freischaffende Künstlerin Johanna Nissen leitet den Workshop. Johanna lebt und arbeitet in Hamburg und studierte Kunst in Kiel und Köln. Sie arbeitet seit 2008 als Künstlerin und Kunstlehrerin. In ihren oft farbenfrohen Arbeiten verbindet sie Siebdruck, Malerei und Holzschnitt. Ihre Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen in Norddeutschland gezeigt.

Für wen ist der Workshop „Siebdruck“ geeignet?
Der Workshop richtet sich an alle, die Lust haben, mit Farbe und Strukturen zu experimentieren.
Er eignet sich sowohl für Anfänger*innen und Fortgeschrittene. Er richtet sich hauptsächlich an Erwachsene, aber auch interessierte Jugendliche sind willkommen.

 

Wie läuft so ein Siebdruckworkshop im Werkgut ab?
Der Workshop findet an einem Wochenende statt und bietet ausreichend Zeit zum Ankommen, Entspannen und freien Arbeiten. Am Freitagnachmittag lernen wir uns in entspannter Atmosphäre beim Kaffee als Gruppe kennen. Währenddessen führt Johanna uns in die Grundlagen des Siebdrucks und die Technik ein. Am Samstag beginnen wir nach dem Frühstück mit der kreativen Arbeit, Johanna begleitet und individuell und gibt Impulse zu Technik, Komposition und Bildaufbau.
Wir verabschieden uns von euch Sonntagnachmittag und freuen uns, dass ihr mit tollen Kunstwerken nach Hause gehen könnt.

 

Was muss ich für den Siebdruckkurs mitbringen?
Alle Materialen werden von Johanna Nissen gestellt, eigene Skizzen, Fotos, Bilder und Ideen darfst du gerne mitbringen. Gerne kannst du auch Motive von Johanna auswählen. Für das Drucken empfiehlt sich Kleidung, die Farbspritzer abbekommen darf, oder eine Schürze.

Warum einen Siebdruck Workshop im Werkgut buchen?
Ein Workshop im Werkgut ist mehr als ein Kurs. Hier geht es nicht nur um Technik, sondern um Zeit zum konzentrierten Arbeiten, um Austausch und das Erfahren von Kunsthandwerk. Abseits des Alltags bietet das Werkgut in ruhiger Umgebung Raum, um sich auf den eigenen kreativen Prozess einzulassen.

Die Arbeit in kleinen Gruppen ermöglicht eine persönliche Begleitung durch die Kursleitung. Gleichzeitig entsteht ein offener Austausch unter den Teilnehmenden, der neue Perspektiven eröffnet und inspiriert. Viele Gäste schätzen die Kombination aus intensiver Werkstattarbeit und der besonderen Atmosphäre des Ortes.

Die Dozentinnen und Dozenten werden sorgfältig von Mikaela Dörfel ausgewählt. Entscheidend sind dabei nicht nur Ausstrahlung und Persönlichkeit, sondern vor allem Professionalität, künstlerische Qualität und die Fähigkeit, Wissen verständlich und inspirierend zu vermitteln.
Du wirst rundum mit vegetarischer Vollpension verwöhnt und übernachtest, wie die meisten Teilnehmer*innen in schönen, gemütlichen Gästezimmern.

Wenn du einen Siebdruck Workshop im Werkgut buchst, entscheidest du dich bewusst für Qualität, Ruhe und ein kreatives Wochenende mit nachhaltigem Eindruck.

 

Kann ich im Werkgut auch ohne Workshop Siebdruck machen?
Ja. Im Werkgut besteht die Möglichkeit, einen kreativen Urlaub zu verbringen und in der offenen Werkstatt selbstständig zu arbeiten. Für den Siebdruck stehen alle notwendigen Materialien und Arbeitsplätze zur Verfügung.
Du kannst auch direkt im Anschluss zum Workshop noch deinen Aufenthalt verlängern und Zeit in der offenen Werkstatt und einer unserer gemütlichen Ferienwohnungen verbringen.

Zurück zur Blogübersicht